Ruth Moschner im Enzkreis Rundschau Interview

Der Moonwalk von Michael Jackson, die Hebefigur aus „Dirty Dancing“ oder der Hüftschwung von John Travolta in „Saturday Night Fever“ – wer kennt sie nicht, diese weltberühmten Szenen aus Filmen oder Musikvideos. Bei „Dance Dance Dance“ tanzten 14 Prominente die berühmtesten Musikvideos und größten Filmszenen aller Zeiten möglichst originalgetreu nach. Wochen trainierten sie hart am Limit, um die Herzen der Zuschauer und der Jury zu erobern. Neu in der Jury dabei war Moderatorin Ruth Moschner, sie saß neben Sänger und Musikproduzent DJ BoBo, sowie Tänzer und Choreograph Cale Kalay. Moderiert wurde die Show von Nazan Eckes und Jan Köppen. Jedes Team wagte sich an berühmte und herausragende Choreographien heran, die uns allen in Erinnerung geblieben sind.

Was verbindet Sie mit dem Thema Tanzen?
Tanzen und ich sind ein absolutes Gefühlskarussell, und zwar seit meiner frühesten Kindheit. Da ich zwischen meinem 8. und 13. Lebensjahr ein Ballettstipendium hatte, welches ich dann aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, habe ich schon früh gelernt, dass Freude und Schmerz beim Tanzen sehr nah beieinander liegen. Ich habe danach zwar noch an privaten Tanzschulen Unterricht genommen, jedoch nicht auf diesem hohen Niveau. Wenn man aber etwas einmal professionell betrieben hat und in der Bayerischen Staatsoper auf der Bühne stand, reicht das natürlich nicht. Ich habe es dann lange vermieden zu tanzen und mir erst viel später wieder meine Liebe zum Tanz eingestanden. Lustigerweise auch bei einer RTL-Show, „Dancing on Ice“, bei der ich anfangs wahnsinnige Schwierigkeiten hatte. Aber irgendwann ist der Knoten geplatzt und ich konnte alles sehr genießen und durfte zuletzt sogar zusammen mit meinem Tanzpartner Carl Briggs den Siegerpokal nach Hause nehmen.

Was ist Ihnen bei den Performances besonders wichtig?
Mich interessiert in erster Linie die Interpretation. Denn das war für mich früher auch immer meine größte Herausforderung. Es gibt beim Tanz, neben der Grundausbildung natürlich, drei Stufen. Zuerst lernt man die Choreographie, dann feilt man an der Technik. Und dann muss man eigentlich alles wieder vergessen und sich ganz hineinfallen lassen, im übertragenen Sinne „die Hosen runterlassen“. Nur wenn das passiert, weckt es beim Zuschauer Emotionen. Oft steht einem ja leider der Kopf im Weg und ich bin sehr gespannt, wer es schafft, diese Hürde zu überwinden.

Welchen Rat konnten Sie den prominenten Kandidaten geben?
Der beste Tipp ist sicherlich, den Spaß nicht zu verlieren und die Eitelkeit in der Garderobe zu lassen. Man sagt ja nicht von ungefähr: „tanze, als ob keiner zusieht“. Und da Tanzen zu den härtesten Sportarten zählt, sollte man den Körper nicht überfordern und zu sehr strapazieren, sonst geht irgendwann gar nichts mehr. Wer zum Umknicken neigt, am besten beim Training schon Bandagen tragen, immer gut aufwärmen und danach gut dehnen und dem Körper Rehabilitationsphasen gönnen.

Glauben Sie, es ist ein Vorteil, als Ehepaar in der Show zu tanzen?
Beim gemeinsamen Tanzen liegen oft die Nerven blank. Das geht aber tatsächlich jedem so, egal, ob man sich nun gut kennt oder nicht. Aber es ist natürlich bei einem Paar spannender zu sehen, wie gut sie mit dem jeweils anderen in so einer Ausnahmesituation umgehen. Vielleicht bringt es beide sogar noch enger zusammen.

 

Ruth Moschner, geboren am 11. April 1976 in München, ist Fernsehmoderatorin und Autorin. Durch ihr Ballettstipendium bekam sie schon früh Nebenrollen am Münchner Nationaltheater. Nach ihrem Abitur folgte unter anderem ein Volontariat zur Redakteurin beim Fernsehen. Im Jahr 2000 übernahm sie schließlich die Co-Moderation der News-Satireshow „Freitag Nacht News“ bei RTL. Daraufhin folgten weitere Moderations-Stationen für die schöne Münchnerin. In der ersten Staffel des RTL-Formats „Das Supertalent“ saß Ruth Moschner außerdem in der Jury.
Für BILD.de kreierte sie die Onlineshow „Ruth kocht gut“ und moderierte von 2010 bis 2013 die MDR-Talkshow „Riverboat“. Zudem ist Moschner in der hr-Rateshow „Dings vom Dach“ festes Panelmitglied und sitzt seit 2017 in der Jury der RTL-Show „Dance Dance Dance“. Als Autorin ist sie für ihre Romane, Kurzgeschichten, Kolumnen und als Genuss-Expertin bekannt. Nach dem Pralinenbuch „Süße Märchen“ folgte 2010 die „Schoko-Diät“ und im Oktober 2012 „Backen für Angeber“. Auf ihrem Blog einhornfutter.de veröffentlicht sie darüber hinaus Rezepte rund ums Thema Genuss und Lebensfreude. In ihrer Freizeit macht sie Sport und hält sich beispielsweise mit Radfahren, Eislaufen, Pilates oder Hula-Hoop fit. Über drei Jahre lange moderierte sie „Grill den Henssler“ bei VOX. Seit 2017 führt Ruth Moschner nun durch die VOX-Kochshow „Grill den Profi“.