Sie spielten in unzähligen „SOKO-Folgen“, bei „Alarm für Cobra 11“ und vielen Kino und TV-Filmen mit. Spielen Sie lieber den einfühlsamen Menschen oder einen knallharten Verbrecher?
Früher hatte ich oft Rollen in denen ich stärkere Jungs gespielt habe, war der Animateur und Sunnyboy, dann kam Cobra 11; als Actionkommissar in der Hauptrolle und mit jeder einzelnen dieser Rollen hatte ich sehr viel Spaß. Mittlerweile spiele ich aber hauptsächlich den komödiantisch, verrückten Doktor Kahnweiler und habe ab und an Krimi-Rollen als Bösewicht. Mir machen die verschiedenen Rollen immer super viel Spaß, doch liegt mir die Rolle des Doktor Kahnweiler besonders gut – wie ich finde.

Was war Ihre skurrilste Rolle in einem Film?
Meine abgefahrenste Rolle war die des ausgesetzten Sohnes Ferdinand im Film „Andersrum“ mit Heiner Lauterbach und Heinz Hoenig. Der Film spielt in den 1968er Jahren. Ferdinand wird als Sohn von einem homosexuellen Pärchen aufgezogen und nimmt mit der Zeit natürlich auch die Eigenheiten und Attitüden seiner Eltern an. Später arbeitet Ferdinand zwar in einer Parfümerie, verliebt sich jedoch in eine Frau, gegen die Auffassung der Eltern er sei auch schwul. Heiner Lauterbach zeigt mir im Film als typischer Macho wie sich ein „richtiger Mann“ verhalten solle und bildet Ferdinand schließlich zum „Mann“ aus. Der Film war eine sehr lustige Komödie und es hat mir wirklich viel Spaß bereitet diese Rolle zu spielen. Ich kann nur jedem empfehlen sich den Film anzuschauen.

Sie spielen seit 2008 bei der erfolgreichen ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ mit, wie sind Sie zu dieser Rolle gekommen?
Ich wurde zu Beginn für eine kleinere Rolle in der Serie angefragt und bin dann kurz darauf hingefahren und habe mich mit dem Regisseur am Set getroffen. Wir haben uns über die Rolle unterhalten und mochten uns von Anfang an, seither spiele ich in der Serie mit. Zufällig hatten wir uns eine Woche zuvor auf einer Filmveranstaltung kennengelernt und am Set dann ein zweites Mal gesehen.

Was gefällt Ihnen besonders an der Serie „Der Bergdoktor“?
Einerseits liebe ich die traumhafte Gegend in Kitzbühel beziehungsweise Tirol und der traumhaft schönen Kulisse in der wir drehen. Auf der anderen Seite fasziniert mich die Geschichte, die in den letzten 10 Jahren wunderschön von Hans Sigl geprägt wurde beziehungsweise auch die gesamte Entwicklung die man am Set miterleben darf.

Machen Ihnen die Dreharbeiten heute noch genauso viel Spaß wie vor acht Jahren?
Der Dreh ist für mich immer eine reine Freude und das ist wahrscheinlich auch das Rezept für den Erfolg der Serie.
Alle haben genauso viel Spaß wie am ersten Tag, das Team hat sich seit Beginn kaum verändert und dass das so ist liegt hauptsächlich an Hans Sigl. Das muss man wirklich so sagen. Er hat eine unglaubliche Freude beim Drehen, er liebt die Rolle und er erzeugt durch seine gute Laune am Set eine angenehme und spaßige Atmosphäre. Die sich übrigens auf uns alle irgendwann dann überträgt.

Ihr Serienkollege Hans Sigl hatten wir 2016 im Enzkreis Rundschau Interview, er sagte Sie sind seit vielen Jahren sehr gut befreundet, was schätzen Sie an Hans Sigl?
Hans Sigl ist ein sehr bodenständiger Kerl, kümmert sich um seine Familie und ist einfach ein richtig guter Junge in meinen Augen. Die meiste Zeit die wir verbringen ist natürlich super entspannt und lustig. Auch privat machen wir den gleichen Blödsinn und lachen viel. So wie ich mitbekomme ist wirklich die große Fürsorge für seine Söhne und die Familie.

Sie sind mit 53 Jahren perfekt trainiert, wie halten Sie sich fit?
Ich trinke keinen Alkohol, mache viel Sport und rauche zudem auch nicht. Einige sehen zwar an manchen Tagen etwas älter oder jünger aus als andere, aber ich fühle mich einfach wohl und bin froh über jeden Tag den ich genießen darf.

Wie wichtig ist für Sie Entspannung und Regeneration?
Natürlich ist für mich auch die körperliche und seelische Entspannung wichtig. Ich entspanne mich vor allem durch Musik und Sport und durch meine Söhne, mit denen ich viel Quatsch mache.

Sie wohnen am Bodensee, was gefällt Ihnen besonders an dieser Region?
Ich bin hier geboren, der Bodensee ist meine Heimat und es ist hier wie in Italien. Man hat das Gefühl mit einer Tasse Kaffee am Meer zu sitzen und kann die Ruhe der Gegend genießen.

Auf was dürfen sich Ihre Zuschauer und Fans als nächstes freuen?
Vor kurzem habe ich damit begonnen Musik zu machen und wenn alles klappt darf man sich ab Herbst auf etwas von mir freuen, das sieht aber sehr gut aus. Ansonsten habe ich ein kleineres Filmprojekt in der Türkei gedreht, welches Ende April in der Türkei anläuft und dann geht es im Juni weiter mit dem Bergdoktor. Die Folgen werden dann ab Januar 2019 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Das Interview führte Benny Clausing