Hochzeitsknigge: Tipps für die perfekte Hochzeit

Was macht Hochzeitsbräuche für jede Hochzeit so wichtig?
Hochzeitsbräuche haben in den meisten Ländern eine lange Tradition und sind somit ein wichtiger Bestandteil der Kultur eines Landes. Natürlich sind sie keine Pflicht, doch sie werten jede Hochzeit ungemein auf, weil sie das Glück und die Romantik des Brautpaares hervorheben. Außerdem bieten sie spannende und witzige „Programmpunkte“, die alle anwesenden Gäste unterhalten. Für die meisten Bräuche geht noch nicht mal viel vom kostbaren Hochzeitsbudget verloren.
Die Hochzeitsbräuche bieten einen erinnerungswürdigen Rahmen für einen einzigartigen Tag im Leben zweier Menschen und helfen dabei, das Fest möglichst unvergesslich zu machen.

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues
Dieser Brauch ist erst in den letzten Jahren, vor allem durch Kino- und Fernsehproduktionen von den USA nach Deutschland gekommen. Anderen Quellen nach stammt dieser Brauch eigentlich aus England und wurde von den USA übernommen. So muss die Braut an ihrem Hochzeitstag jeweils “something old, something new, something borrowed, somenthing blue” bei sich tragen. Alt und neu stehen für das Leben vor bzw. nach der Hochzeit. Das geliehene steht für Freundschaft und Unterstützung und sollte am besten von einer glücklich verheirateten Frau geliehen werden. Blau steht für die Treue. Hier wird häufig ein blaues Strumpfband verwendet. Eigentlich wird der Satz “something old, something new, something borrowed, somenthing blue” noch um “and a pence in the shoe” ergänzt. Das Tragen eines Pfennigs oder 1-Cent-Stückes im Brautschuh soll für zukünftigen Reichtum stehen und hat sich auch unabhängig von den oben genannten Gegenständen zu einem eigenen Brauch entwickelt

Die Zusage
Wenn Sie die Einladung erhalten, geben Sie bitte schnellstmöglich verbindlich Bescheid. Das Brautpaar muss immerhin planen, auch wenn Sie selbst natürlich erst einmal abklären müssen, ob Sie sicher kommen können oder wirklich absagen müssen. Auch wenn man nicht kommen kann, ist es üblich, das Brautpaar zu beschenken. Falls Sie kurzfristig doch verhindert sind und nicht zur Hochzeit erscheinen können (z.B. wegen Krankheit oder geschäftlichen Terminen), dann sagen Sie auf jeden Fall dem Brautpaar Bescheid! So ersparen Sie dem Brautpaar viel Ärger und Enttäuschung, da dann zumindest ein anderer Hochzeitsgast spontan am Fest teilnehmen kann.

Bei den Vorbereitungen helfen
Enge Freunde und Verwandte sollten dem Brautpaar ihre Hilfe anbieten. Sie sind kreativ und bastelfreudig? Dann helfen Sie doch bei den Einladungskarten für die Hochzeit oder bei den Antennenschleifen. Sie sind stark? Helfen Sie dem Brautpaar beim Aufbau der Zelte. Sie können gut backen? Unterstützen Sie das Brautpaar beim Fingerfood. Es gibt für jeden eine passende Aufgabe, fragen Sie einfach beim Brautpaar nach und bieten Ihre Hilfe an. Respektieren Sie jedoch, wenn das Brautpaar Vieles selbst organisieren möchte. Sie wurden als Trauzeuge oder Trauzeugin ernannt? Herzlichen Glückwunsch. Als eine so wichtige Person haben Sie besondere Aufgaben.

Das Hochzeitsgeschenk
Generell kann man natürlich nicht sagen, wie viel Sie dem Brautpaar schenken sollten. Je nach Ihrem eigenen Verdienst fällt die Höhe des Hochzeitsgeschenkes unterschiedlich aus. Als Grundsatz gilt, dass man zumindest so viel schenken sollte, wie das Brautpaar für den Hochzeitsgast auf der Hochzeit ausgibt (zwischen 35€ und 80€Euro). Wichtiger ist jedoch, dass man sich Gedanken um das Hochzeitsgeschenk macht und etwas schenkt, über das sich das Brautpaar auch garantiert freuen wird.

In der Kirche
Viele Leute kommen nur zu Hochzeiten und Beerdigungen in eine Kirche. Unerfahren sind aber auch z.B. Protestanten in Bezug auf den katholischen Ritus. Die Leute um Sie herum machen bestimmte Gesten und wissen genau, was während der Messe als nächstes kommt. Bitte versuchen Sie nicht deren Verhalten nachzuahmen! Erstens werden Sie es nicht aus dem Stegreif gut hinbekommen, und zweitens könnte Ihnen das noch als Lustigmachen über die Rituale ausgelegt werden. Am besten setzen Sie sich einfach ein bisschen weiter hinten hin und verhalten sich ruhig. Wenn alle aufstehen, stehen Sie mit auf, Sie müssen aber z.B. nicht die Hände zum Gebet falten, wenn sie nicht gläubig sind. Klar sollte sein, dass das Handy ausbleibt und man auch laute Äußerungen oder Gespräche unterlässt. Auch dauerndes Flüstern kann sehr lästig sein. Das Fotografieren überlassen Sie auch besser den Profis oder nahen Verwandten, das Brautpaar ist schon nervös genug! Achten Sie darauf, immer zuerst die Dame zu begrüßen. Gratulieren Sie nach der Trauung deshalb immer zuerst der Braut und dann dem Bräutigam.

Während der Feier
Gerade während der Hochzeitsfeier gibt es einiges zu beachten: Organisieren Sie keinen Programmpunkt, den das Brautpaar nicht möchte (z.B. Brautentführung, Karaoke, Gedichte etc.). Bei dem Trauzeugen oder dem Zeremonienmeister können Sie sicherlich erfahren, ob ihre Einlage erwünscht ist. Wenn Sie eine Rede halten, einen Programmpunkt oder ein Hochzeitsspiel organisieren, dann achten Sie darauf, alles so kurz und interessant wie möglich zu gestalten. Machen Sie vor der Hochzeit einen Tanzkurs oder üben Sie zumindest ein paar Tanzschritte mit Freunden, damit Sie nach dem Brautwalzer auch mittanzen können und das Brautpaar nicht alleine auf der Tanzfläche stehen muss.

Nach der Hochzeit
Der Hochzeitsknigge gilt natürlich auch für ein paar Punkte nach der Hochzeit. Z.B. sollten Sie die Antennenschleife nicht direkt nach der Hochzeit vom Auto ablösen. Ein Brauch besagt, dass die Schleife von alleine abfallen sollte. Bringen Sie sie deshalb nicht zu fest an. Sollte sie nach 2-3 Wochen immer noch am Auto sein und mittlerweile nicht mehr schön aussehen, dann ist es auch legitim, sie abzunehmen. Bei engen Freunden und Verwandten ist es auch eine sehr schöne Geste, wenn Sie dem Brautpaar nach der Hochzeit noch einmal mitteilen, wie schön das Fest war und wie sehr Sie es genossen haben. So geben Sie dem Brautpaar das Gefühl, dass sich der Stress in den ganzen letzten Monaten wirklich gelohnt hat. Sie könnten eine schöne Postkarte schreiben oder das Brautpaar noch einmal direkt darauf ansprechen. Und ein letzter Tipp: Vergessen Sie als Trauzeuge, engste Freunde und Verwandte nicht, dem Brautpaar nach einem Jahr zum 1. Hochzeitstag zu gratulieren.