Guido Maria Kretschmer gilt nach wie vor als das Gesicht des Kölner Senders VOX. Im Januar 2012 hat die VOX-Erfolgsreise von Guido Maria Kretschmer und seiner „Shopping Queen“ begonnen. Und seit 29. April geht die Reise weiter: In seiner neuen Primetime-Sendung „Guidos Masterclass“ trifft der Star-Designer auf zwölf Meisterschüler. Denn vom Besten sollen sie lernen: Aus diesen zwölf wählt Guido Maria Kretschmer acht aufstrebende Modedesigner höchstpersönlich aus, um sie zu unterrichten und ihr Handwerk und ihre Exzellenz weiter auszubauen. In insgesamt sechs Folgen der Design-Competition können die talentierten Meisterschüler in verschiedensten Aufgaben aus dem Bereich des Fashion-Designs beweisen, dass sie das beste Gespür für angesagte Schnitte, Materialien und Styles sowie eine ordentliche Portion Kreativität besitzen. Unterstützt und begleitet wird die Klasse bei allen Design- und Fertigungsprozessen von ihrem Meister Guido. Der Star-Designer legt deshalb auch selbst die modische Hand an und lehrt seine Jung-Designer in der hohen Kunst des Mode-Designs – auf dem Stundenplan stehen von Pret-à-Porter bis Haute Couture alle wichtigen Fashion-Bereiche. In jeder Folge stehen Guido zwei Mode-Experten zur Seite, welche die Looks sowie das handwerkliche Geschick der talentierten Jung-Designer ganz genau unter die Lupe nehmen und bewerten. Der Gewinner erhält im Finale nicht nur 50.000 Euro sowie eine Foto-Anzeigen-Strecke in der deutschen VOGUE, sondern auch die volle Unterstützung seines Mentors, denn Guido Maria Kretschmer wird dem jungen Talent für ein Jahr lang mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In „Guidos Masterclass“ geben Sie als eine Art Klassenlehrer Ihr Wissen an die Meisterschüler weiter. Wie schätzen Sie sich als Lehrer ein?
Ich denke, dass ich ein guter Lehrer bin, weil ich selbst immer gut aufgepasst habe, wenn Menschen mir etwas beigebracht haben. Das hat mir immer viel Freude gemacht. Ich habe auch viele Mitarbeiter, die immer wieder ausgebildet wurden und ich denke, Lehrer zu sein heißt einfach nur aufzupassen, mitzugestalten und eben im richtigen Moment Dinge zu erklären. Bei der „Masterclass“ hat das auch richtig gut funktioniert und ich kann mir vorstellen, dass sich die Schüler und Studenten sehr wohl bei mir gefühlt haben – hoffe ich zumindest.

Erkennen Sie sich in Ihren Jungdesignern selbst wieder?
Auf jeden Fall! Jeder einzelne von ihnen hat auch mit meinem Leben zu tun und da gibt es auch schwierige Situationen, wie etwa, dass man mal den Mut verliert – das habe ich alles selbst auch schon erlebt. Ich kenne dieses Gefühl, am Anfang zu sein und zu überlegen, wie man etwas anstellen könnte. Was mich mit diesen jungen Menschen verbindet, ist die Sehnsucht danach, Designer zu sein und das hat uns sehr nahe zusammengebracht.

Inwieweit haben Sie die Jungdesigner unterstützt?
Ich habe sie insofern unterstützt, dass ich immer an ihrer Seite war. Dabei habe ich versucht, offen zu sein, sie aber gleichzeitig auch nicht in irgendwelche Ecken zu drücken. Viele habe ich auch noch einmal laufen lassen, weil ich wusste, dass dafür der richtige Moment war und wenn sie dann Hilfe brauchten, war ich da. Wenn sie verzweifelten, habe ich versucht, sie wieder zurückzubringen. Letztendlich war es meine Aufgabe, sie zu führen und ihnen immer wieder zu helfen, damit sie zurückfinden.

Hätten Sie sich selbst so viel Unterstützung gewünscht als Sie die ersten Designerschritte gegangen sind?
Ich hätte mir sicher mehr Unterstützung gewünscht und deswegen freue ich mich umso mehr, dass es eine Sendung wie „Guidos Masterclass“ gibt, die talentierten jungen Designern ermöglicht, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es sie gibt. Und manchmal hilft es auch, wenn man jemanden hat, der einem konstruktive Kritik geben kann und das war in meinem Fall nicht immer so. Ich habe in einer Welt gelebt, die relativ fern von der Designerwelt war. Heute würde ich sagen, dass es für mich der beste Weg war, aber er war mühsam und es gab viele Tage, an denen ich traurig war und alles hinterfragt habe.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen guten Designer aus?
Ich denke, dass ein guter Designer ein multipler Mensch ist. Die wichtigste Grundlage ist, dass man Lust auf Menschen und darauf hat, etwas Schönes zu machen. Man muss immer wieder neue Formen schaffen, den Menschen in gewisser Weise dann eine neue Form schenken, in der sie leben und sich bewegen können. Außerdem sollte ein Designer ein Gefühl für Proportionen, Internationalität und Vielfalt haben. Man sollte ein feiner Mensch bleiben – egal wie bekannt man wird.
Worauf achten Sie bei den Designern und den Entwürfen ganz besonders?
Ich achte bei den Designern vor allem darauf, dass es Authentizität gibt. Es ist gerade am Anfang unerlässlich, dass man weiß, was die eigene Textilidentität ist, was man möchte, was für ein Weltbild man hat und genau das auch in den Disziplinen der Mode erlebt. Gerade das, was man am Anfang lernt, kann man später sehr gut gebrauchen.

Welche Art von Aufgaben warten auf die Jungdesigner?
Es gibt viele tolle Herausforderungen, die ihnen zeigen sollen, wer sie sind. Die Jungdesigner bekommen viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren und Dinge verschieden zu interpretieren. Außerdem reisen wir zusammen. Es geht auch darum, zu zeigen, wie man sich selbst in neuen Situationen empfindet und wie schnell man in der Lage ist, bestimmte Ideen zu adaptieren. Wir haben auch Gemeinschaftsaufgaben, bei denen man herausfinden wird, wie kompatibel man mit den anderen ist. Ich denke, dass das alles sehr wichtig ist und uns auch geholfen hat, zu erkennen, mit welchen Menschen wir es zu tun haben und wie wir ihnen helfen können. Und für die Teilnehmer war es natürlich auch eine Chance, zu überzeugen.

Können Sie uns schon ein Highlight aus „Guidos Masterclass“ verraten?
Davon gibt es sehr viele. Jede Person, die dabei war, hat auch bei mir etwas hinterlassen. Es gab viele großartige Momente, in denen die Leute ganz intensiv gespürt haben, dass sie das Richtige tun. Es gab zum Beispiel eine Situation mit einem Designer, der genau gespürt hat, dass dies sein Beruf ist und mir war das in diesem Moment auch klar – das ist eine wahre Schönheit, solche Momente zu erleben. Es gab aber auch wenige Ausnahmen, bei denen ich nicht so recht wusste, was die Leute denken und die teilweise auch mit Arroganz gefüllt waren. Aber ein bisschen Wettkampf gehört immer dazu: Designer sind nämlich einfach keine Gruppentiere, die wollen natürlich die Nummer 1 sein und Chef-Designer werden.

In jeder Folge haben Sie auch prominente Experten an Ihrer Seite. Waren Sie sich bei der Bewertung der Looks auch mal uneinig?
Ja natürlich kam das vor, aber das war auch wichtig so. Es gab immer mal wieder Designs, die von manchen toll bewertet wurden und andere fanden sie nicht so gut. Aber wir hatten einen Konsens darüber, wer richtig gut und wer vielleicht nicht so talentiert war – da gab es dann also kaum Diskussion. Wir hatten ja auch hochkarätige Experten da, die aus wirklich tollen und exponierten Positionen in der Mode kommen und da haben wir uns eigentlich nie in die Haare bekommen. Für mich war es aber auch einfach wichtig, diese Meinung einzufangen, damit ich auch sehe, wie meine Studenten auf Menschen aus der Modewelt wirken und das fand ich sehr interessant.

Für Sie und die Jungdesigner ging es in einer Folge nach Marrakesch, wo Sie sich auf die Spuren von Yves Saint Laurent begeben haben: Wie war diese Inspirationsreise für die Jungdesigner, aber auch für Sie?
Marrakesch war ein großes Vergnügen. Für einige war es sogar die erste große Auslandsreise und für mich auch in gewisser Weise Erinnerung an mein eigenes Leben. Man muss aber auch sagen, dass Yves Saint Laurent eine ganz besondere Anziehungskraft auf viele Designer ausgelöst hat, weil er in gewisser Weise ein König war: Er hat die Frauen befreit, ihnen Macht gegeben und ihnen neben dem Hosenanzug viele andere Dinge geschenkt. Ich würde also sagen, dass wir dort ein großes Highlight hatten, auch weil wir als erste Gruppe – das hat es davor nie gegeben – in seinen privaten Garten durften und dort einen kleinen Mittagssnack hatten. Das war für uns etwas ganz Besonderes und dafür bin ich sehr dankbar, vor allem weil ich als einziger noch ins Magazin unten im Museum durfte und dort viel Zeit verbringen konnte, um mir die Kleider – unter anderem das originale Mondrian-Kleid – anzuschauen. Das war für mich ein schönes Geschenk.

Dem Gewinner von „Guidos Masterclass“ stehen Sie für ein Jahr beratend zur Seite. Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen?
Es ist auf jeden Fall eine spannende Zeit, die auf unseren Jungdesigner wartet. Denn neben dem Startkapital von 50.000 Euro, über das der Gewinner frei verfügen kann, um beispielsweise sein Label zu gründen, gibt es auch das Mentorship von mir und auch dort spielt es eine große Rolle, was der Jungdesigner genau möchte. Es ist auf jeden Fall so, dass in meinem eigenen Bereich Raum ist, um Designs zu realisieren und als Under-Kollektion zu promoten. Das kann aber auch heißen, dass ich in meinem Produkt-Design eine eigene Linie machen kann. Dazu gibt es noch freien Eintritt und eine Präsentation auf der „Premium“. Und wenn jemand vielleicht lieber in einem größeren Haus arbeiten möchte, dann werden wir die Türen aufmachen. Außerdem gibt es – und das darf man nicht vergessen – noch die dreiseitige Fotokampagne in der deutschen „Vogue“ und die Kontakte, die die Jungdesigner durch unsere prominenten Experten sammeln konnten, die eben auch ihre Verbindungen haben und zur Seite stehen könnten. Wir helfen da, wo wir können, aber unser Gewinner kann natürlich auch alleine seinen Weg gehen, komplett frei entscheiden und sich meine Unterstützung einfach dann holen, wenn es notwendig ist.