Daniel Hartwich im Enzkreis Rundschau Interview

In der neuen TV-Season moderiert Daniel Hartwich neben bekannten Projekten gleich mehrere neue Shows bei RTL. Hier spricht der Moderator über einige der anstehenden Formate.


I Can See Your Voice

Bei „I Can See Your Voice“ gilt es, herauszufinden, welche Kandidaten wirklich singen können und wer nur vorgibt, es zu können. Werden Sie als Moderator vorher wissen, wer die Talente und wer die Täuscher sind?
Daniel Hartwich: „Nein, ich werde es nicht erfahren. Das ist aber auch gut. Ich bin ja im Grunde als Moderator irgendwie auch nur ein Zuschauer, der halt im Studio steht. Insofern finde ich es gut, die gleichen Voraussetzungen zu haben wie die Leute vorm Fernseher.“

Schätzen Sie Ihre Menschenkenntnis gut genug ein, um zu erraten, wer sein Talent nur vortäuscht?
Daniel Hartwich: „Das bildet sich ja irgendwie jeder ein. Es gibt wohl nur wenige Leute, die von sich behaupten, eine sehr schlechte Menschenkenntnis zu haben. Die meisten denken, Menschen kann irgendwie jeder einschätzen. Insofern wird es genau darum gehen, diese Menschenkenntnis auszutricksen.“

Könnten Sie denn – so wie die Kandidaten – den Zuschauern etwas vormachen?
Daniel Hartwich: „Im Grunde mache ich allen Leuten seit über einem Jahrzehnt vor, dass ich irgendetwas könnte. Und das geht gut, bis irgendeiner kommt und sagt: ‚Ey, wir haben dich durchschaut! Hau ab, du kannst ja gar nichts!‘ Insofern wäre mir das Vormachen und Suggerieren, dass ich etwas könnte, grundsätzlich nicht fremd. Aber ich weiß nicht, ob ich wirklich so sehr Rampensau wäre, dass ich bei einem Lip Sync Contest wirklich überzeugen könnte. Ich glaube eher nicht, dass ich ein besonders guter Kandidat wäre.“

Können Sie denn singen?
Daniel Hartwich: „Ich kann so singen, wie die allermeisten Leute singen können: nämlich nicht. Da schäme ich mich auch nicht für, das ist mir egal. Ich singe trotzdem im Auto laut mit und auch unter der Dusche, wenn da Musik zu hören ist. Aber ich bin wahrlich kein guter Sänger. Ich finde es auch ganz schlimm, wenn Leute meinen sie könnten gut singen, können es aber gar nicht. Das ist für alle Umstehenden so unangenehm. Wenn jemand sagt: ‚Hey, hört mal, ich haue jetzt mal einen raus!‘ und dann kommt nix Vernünftiges. Zum Beispiel Leute in einer Karaokebar, die es zu ernst nehmen. Dann fragen sie, wie es war und man denkt so: ‚Ja, es war wirklich scheiße!‘ und in der Regel sagt man es dann auch, einfach, um den anderen auf den richtigen Weg zu bringen. Aber besser bin ich auch nicht.“

 

LEGO Masters

Was macht für Sie persönlich den Reiz an „LEGO Masters“ aus?
Daniel Hartwich: „Das Spannendste an LEGO ist natürlich LEGO selbst, weil die Allermeisten eine Verbindung dazu haben, weil sie als Kind schon damit gespielt haben. So geht es mir natürlich auch. Wobei ich sagen muss, dass das was ich mir damals zusammengefrickelt habe, nichts mit dem zu tun hat, was hier stattfindet.“

Sie haben sich selbst als „LEGOstheniker“ bezeichnet. Ist es wirklich so schlecht um Ihre LEGO-Qualitäten bestellt?
Daniel Hartwich: „‚LEGOstheniker‘ war einfach nur ein Wahnsinns-Riesen-Gag. Im Grunde wollte ich die ganze Sendung nur machen, um diesen Gag unterzubringen. Ich bin mittelmäßig bis kaum talentiert. Früher habe ich stinknormale Häuser zusammengebaut. Es gab zwar damals auch noch nicht so viele verrückte Teile wie heute, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich damit besser gebaut hätte.“

Was müssen die Kandidaten denn mitbringen, um hier wirklich gewinnen zu können?
Daniel Hartwich: „Das Schwierige ist, sich aus dem Nichts etwas auszudenken, was zu einem bestimmten Thema, also unseren vorgegebenen Challenges passt. Das hat nichts damit zu tun, ein bestimmtes Bau-Set zu bekommen und nach Anleitung alles zusammenzusetzen. Sie müssen ihre Werke vollkommen frei entwerfen und sie mit dem, was da ist – bei uns ja ’nur‘ etwa zwei Millionen Teile – umsetzen. Das soll natürlich möglichst spektakulär, kreativ und eindrucksvoll sein. Und dafür ist eine ganze Palette an Fähigkeiten nötig, um wirklich richtig gut zu sein. Kreativität und Vorstellungsvermögen, aber natürlich auch die handwerkliche Fähigkeit, das dann umzusetzen.“

Welchen Eindruck haben Sie von den Kandidaten?
Daniel Hartwich: „Vorurteilsbeladen wie man ist, würde man ja eine gewisse Nerdigkeit unterstellen. Vielleicht nicht vollkommen abwegig bei erwachsenen Menschen, die im Hobbykeller stunden-, tage- und auch nächtelang LEGO bauen. Aber das ist nicht der Fall. Das sind vollkommen normale Leute, die eben dieses Hobby haben.
Und alle haben eins gemeinsam: Sie sind sehr talentierte Baumeister. Wobei unser Experte und zertifizierter LEGO-Profi René Hoffmeister da sicher nochmal andere Maßstäbe anlegt. Ich gucke mir das an, stehe da mit großen Augen und denke: ‚Das ist aber toll, das könnte ich nicht!‘ Und dann sehe ich das nächste Bauwerk und denke mir: ‚Ja mein Gott, das ist ja noch besser!'“

Werden Sie in der Show auch mal etwas bauen müssen?
Daniel Hartwich: „Was heißt müssen? Ich darf! Ich will nicht zu viel verraten, aber ich habe etwas Fantastisches gebaut. Zieht euch warm an, Freunde! Das ist richtig gut geworden. Das sehen die Kandidaten nicht so, aber mir gefällt es. Bunt ist es geworden, das ist ja schon mal schön. Und es gibt mittlerweile kleine Tierchen, sogar einen kleinen Skorpion in petrolfarben – den habe ich mir sofort geschnappt. Ein Megabauwerk! Man wird es bestimmt in der Sendung sehen. Einfach auch um den Kontrast darzustellen, was alles möglich ist. Und was nicht.“

Die Show „LEGO Masters“ ist neu für Sie – der Sendeplatz am Freitagabend in der Primetime nicht. Unter anderem als Moderator von „Let’s Dance“ kennen Sie die Sendezeit freitags um 20:15 Uhr sehr gut. Warum eignet sich Ihrer Meinung nach „LEGO Masters“ gut für diesen Sendeplatz?
Daniel Hartwich: „Ich glaube es ist ein guter Sendeplatz, weil viele Kinder nach dem letzten Schultag der Woche mit ihren Eltern um diese Uhrzeit Fernsehunterhaltung genießen können. Kleine Jungs mit großen Jungs, kleine Mädchen mit großen Mädchen. LEGO ist ja auch nicht nur ein Männerding. Es gibt reichlich Frauen und Mädchen, die LEGO bauen. Das ist pure Familienunterhaltung! Alle können das zusammen genießen, sich Inspiration holen, bewundern und staunen, ihre eigene Meinung einbringen und auch darüber vorm Fernseher diskutieren. Ich glaube, dass das ziemlich gut passt.“

Die Show lief in anderen Ländern schon wahnsinnig erfolgreich, das Finale der ersten Staffel in Australien erreichte beispielsweise über 50 Prozent Marktanteil. Hat man als Moderator Respekt vor solchen Erfolgsformaten?
Daniel Hartwich: „Natürlich habe ich Respekt vor der Marke LEGO – es ist schließlich ein Worldwide Brand – und natürlich ist es schön zu hören, dass eine Sendung in anderen Ländern schon erfolgreich gelaufen ist. Vor allen Dingen in Australien, wozu ich ja ehrlicherweise auch einen engen, persönlichen Bezug habe durch diese Naturdokumentation, die ich dort immer im Januar mache. Oder auch in den Niederlanden, wo in den letzten Jahrzehnten ja wirklich viele TV-Hits entstanden sind. Aber ich habe da keine übertriebene Ehrfurcht. Das Publikum ist unterschiedlich, die Situation in den Ländern ist unterschiedlich. Wir versuchen, es so gut wie möglich für unser Publikum zu adaptieren.“

Gehen Sie als Moderator anders an neue Formate ran als an die neue Staffel eines Ihnen bekannten Formats?
Daniel Hartwich: „Es ist natürlich etwas anderes. Aber nicht, weil bei bekannten Formaten alles Routine ist. Auch jede Staffel von ‚Let’s Dance‘, vom Dschungel oder vom ‚Supertalent‘ ist unterschiedlich. Es ändern sich immer Personalia und wir machen in der Sendung neue Sachen. Aber bei einem neuen Format sind die ganzen Abläufe natürlich noch nicht eingespielt. Es gibt insgesamt viel mehr Suche im gesamten Team. Vielleicht ist es am Anfang auch ein bisschen gemeinschaftlicher, weil alle am selben Strang ziehen und alle Gewerke-übergreifend versuchen, sich einzubringen. Aber trotzdem ist die nächste Staffel von ‚Let’s Dance‘ – nächstes Jahr schon meine zwölfte – für mich genauso spannend wie die erste Staffel einer neuen Sendung.“